HISTORIE

Vom Lamm zum Löwen (ein kurzer historischer Abriss)

Im Gasthof "Lamm" in Seefeld, neben der Pfarrkirche, hat vor über 100 Jahren alles begonnen.

Aufnahme im Jahr 1902

Aufnahme in den 1930-igern

Johann und Antonia Seyrling waren meine Großeltern und damalige Besitzer des Gasthofes „Lamm“. Sie erbauten 1931 das Ökonomiegebäude im Seefelder Moos am Geigenbühel. Laut Baubescheid war das Gebäude ausgelegt für einen Rinder- und Pferdestall, eine Küche, eine Milch- und Knechtkammer, einen Schuppen mit Heulager sowie 3 Zimmer im ersten Stock. 

1964 fanden in Innsbruck erstmalig die Olympischen Spiele stat

Schon damals wurde das Springen von der Normalschanze sowie sämtliche Langlaufwettbewerbe auf dem Seefelder Hochplateau durchgeführt. 

Dadurch erfuhr Seefeld noch mehr Aufwind. Es wurde Wohnraum für Mitarbeiter benötigt. Meine Eltern, Hans und Paula Seyrling, Beisitzer des Alpenhotel Lamm, bauten das Ökonomiegebäude zum Mitarbeiterhaus um.  

Eine erneute Veränderung erfuhr dieses Haus 1989, als mein Bruder und seine Frau, Hannes und Sylvia Seyrling, einen Skikindergarten integrierten und nebenan das Restaurant „Kracherlemoos“ erbauten.

 

 Ja, und dieses alte Ökonomiegebäude bzw. spätere Mitarbeiterhaus hatte dann im April 2017 ausgedient. Auf seinem Platz und auf den umliegenden Moor-Wiesen entstanden die Neubauten der „Löwen-Chalets“.

In acht Monaten Bauzeit entstanden Chalet 1 bis 4 im Kranebitter-Stil (www.k-stil.at), ein Seminar-Pavillon mit Rezeption, eine „Alte Stube“, die mit alten Holzbalken aus altem Familienbesitz ausgekleidet ist und einige Carports zum Unterstellen der Autos. 

Viel Schnee deckte dann den noch nicht fertiggestellten Außenbereich zu und unsere ersten Gäste bezogen am 27. Dezember 2017 das erste Chalet. Nach der Schneeschmelze im Frühjahr 2018 stellten wir nach und nach die Außenanlagen fertig und renovierten im Herbst 2018 das bereits 1989 erbaute großräumige Haus, das nun als Chalet 5 miteinbezogen ist.


Bis hierher der Werdegang der baulichen Seite. Was aber noch fehlte, war der Name für die neuen Häuser, zu Chalets wurden sie erst später. Unser Alpenhotel „Lamm“ gehörte nach über 110 Jahren Familienbesitz der Vergangenheit an, etwas "Neues" war an der Zeit, wir suchten, forschten, stellten Zusammenhänge her und der Löwe tauchte vermehrt auf. 

Neben persönlichen Assoziationen zum Löwen (Tierkreiszeichen, Namensgebung), berührte meine Lebenspartnerin (Marita Nix) und mich auch die uralte indische Legende, die man „Vom Lamm zum Löwen“ betitelt. Sie handelt von einem jungen Löwen, der glaubte, ein Schaf zu sein, um letztendlich zu erkennen, dass er doch ein Löwe ist.

Sie lautet etwa so:

Es war einmal eine trächtige Löwin. Sie war hungrig und näherte sich – wie schon Tage zuvor - einer Schafherde, um Beute zu machen. Aber ein Jäger hatte ihr dort aufgelauert, zielte und erschoss sie. Schwer verwundet brachte sie noch kurz vor Ihrem Tod ein Junges zur Welt.
Das Löwenjunge wurde von einer Schafherde aufgenommen und wuchs in dieser auf, lernte von den Schafen zu fressen, zu blöken und wegzurennen, wenn Gefahr drohte – kurzum, es verhielt sich wie ein Schaf.

Eines Abends kam ein großer, alter Löwe aus den Bergen herunter. Als die Schafe ihn witterten, blökten sie alle in panischer Angst und stoben in wilder Flucht davon. Der große, alte Löwe riss keines von ihnen, das einzige, was ihn wirklich interessierte, war der zwischenzeitlich erwachsene Löwe, der blökte wie ein Schaf! Er packte ihn im Nacken, schüttelte ihn heftig und zerrte ihn zum nahegelegenen See. Dort zeigte er ihm auf der Wasseroberfläche sein Spiegelbild und fragte den jungen Löwen:

 „Was suchst Du hier unter den Schafen? Du, der Sohn des Königs der Tiere?“

Der als Schaf aufgezogene junge Löwe glaubte den anderen Löwen doppelt zu sehen, worauf ihn der große, alte Löwe zwang Fleisch zu fressen. Als dieser das Blut leckte, erwachte in ihm plötzlich seine wahre Natur und er hörte auf zu blöken und brüllte fortan wie ein Löwe. Da sagte der große alte Löwe zu ihm:

„Hast du jetzt begriffen, wer du in Wirklichkeit bist?“ 

Diese alte Legende zeigt uns liebevoll auf, dass es wichtig ist, sein eigenes Leben zu leben, sich selbst zu erkennen und wahrhaftig zu sein. Sich "vom Lamm zur eigenen Löwennatur", vom unbewussten Sein zum bewussten Sein zu entwickeln. Dieses "sich auf den Weg machen zu sich selbst" ist uns eine Herzensangelegenheit und Lebensaufgabe.

Die "Löwen-Chalets" und der „Löwen-Pavillon“ fanden auch so ihre Prägung. Der Pavillon wurde als Oktagon, als „kraftvolles“ Achteck, errichtet. Dieses steht seit Urzeiten für Harmonie und Gleichgewicht und strahlt eine ruhige Atmosphäre aus, die in den Seminaren, Tagungen und Veranstaltungen als natürlich-kraftvolle Unterstützung wirkt.

Liebe Gäste, wir freuen uns sehr, wenn Sie in unseren „Löwen-Chalets“ Erholung finden, Kraft generieren und in Ihrer Seele genährt nach Hause fahren.

Herzlich,
Markus Seyrling und Marita Nix